„Ein künstlerisch hochwertiges Bauwerk ist entstanden“

Was macht man, wenn man während seiner Schicht mal wieder nichts zu tun hat? – Man liest Zeitung!
Was macht man aber, wenn man gar keine Schicht hat? – Dito!
So las ich heute wie so oft die ´Sächsische Zeitung´ und stieß dabei auf die Seite mit den Leserzuschriften. Eine davon hattte es mir besonders angetan. Es ging darin um die allseits gerügte Verschwendung von Steuermitteln durch den Bischof von Limburg. Die Überschrift dieser Zuschrift habe ich ausnahmsweise mal 1 zu 1 in diesen Beitrag übernommen. Der zugehörige Text lautet wie folgt:

          Geld, Steuergeld soll verschwendet worden sein. Ein Neubau ist geschaffen und ein denkmalgeschützter Altbau ist res­tauriert worden. Kirchensteuergeld ist ausgegeben worden. Wofür? Ein künstlerisch hochwertiges Bauwerk wurde geschaffen. Was haben unsere Altvorderen gebaut? Hochwertige Architektur, die wir heute be­wundern und erhalten wollen, die das handwerkliche Können unserer Vorfahren belegen und worauf wir heute stolz sind.
Die Kosten dieser Bauwerke sind vom Volk erbracht worden. Wir sollten die Ausgaben des Bischofs akzeptieren, denn es ist etwas sehr Schönes entstanden. Seien wir froh, dass es heute noch möglich ist, Personen zu finden, die sich über Ansichten hinweg­setzen, die die Gesellschaft zum Mittelmaß zwingt

Recht hat er, der Verfasser! Laßt uns gemeinsam Sponsoren und Baumeister finden, die für mich ein Bauwerk von ungeahnter Schönheit und Noblesse erstellen, auf daß sich kommende Generationen an dieser Schönheit erfreuen können und gleichzeitig erkennen, daß ihre Altvorderen nicht im Mittelmaß steckengeblieben sind. Ich verspreche feierlich, daß ich zeitlebens die Schöpfer meines hochherrschaftlichen Anwesens lobpreisen werde ob ihres Einsatzes für das mentale Wohlbefinden unseres Volkes! Der Einsatz von Steuergeldern dürfte für dieses Ziel recht wohl angemessen sein.

Auf, Brüder und Schwestern: Baut mir ein Haus!

 

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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