Annahmen

Nehmen wir mal an: Ein bestimmter Supermarkt hat zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Saisonware im Angebot, der Lieferant aber nimmt den Termin aus irgendwelchen Gründen nicht wahr. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: läßt es der Markt auf sich beruhen, läßt er sich den Faux-Pas bezahlen oder besteht er auf Lieferung zum Termin, zumindest was den Tag betrifft? Nun nehmen wir mal an, letzteres träfe zu. Wie soll das logistisch vor sich gehen? Betroffen ist ein Bundesland, welches nicht mit dieser äußerst wertvollen, lebenserhaltenden Ware beliefert werden konnte. Man müßte also vom Erzeuger aus den Gesamttransport in dieses Bundesland arrangieren und dort die Verteilung im Land sicherstellen. Das erfordert logischerweise eine große Fahrzeugverfügbarkeit. Wo nun findet man diese? Na am ehesten doch wohl in der jeweiligen landeshauptstadt und wenn es sich um Sachsen handelt, dann ist das ja wohl Dresden, zumal die Lieferzentrale der Supermarktkette nahe Dresdens liegt. Zwölf Dresdner Taxis machen sich also auf den Weg, um sachsenweit alle Firmenfilialen mit… – einer Saisonfrucht (!) zu beliefern! Oh du heilige Vielfalt, wie abgefahren ist das denn?! Natürlich verursacht die Aktion Kosten ohne Ende. Und für alle muß der Verursacher, also der Lieferant, geradestehen.

Marktwirtschaft ist grausam!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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