Annahmen

Nehmen wir mal an: Ein bestimmter Supermarkt hat zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Saisonware im Angebot, der Lieferant aber nimmt den Termin aus irgendwelchen Gründen nicht wahr. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: läßt es der Markt auf sich beruhen, läßt er sich den Faux-Pas bezahlen oder besteht er auf Lieferung zum Termin, zumindest was den Tag betrifft? Nun nehmen wir mal an, letzteres träfe zu. Wie soll das logistisch vor sich gehen? Betroffen ist ein Bundesland, welches nicht mit dieser äußerst wertvollen, lebenserhaltenden Ware beliefert werden konnte. Man müßte also vom Erzeuger aus den Gesamttransport in dieses Bundesland arrangieren und dort die Verteilung im Land sicherstellen. Das erfordert logischerweise eine große Fahrzeugverfügbarkeit. Wo nun findet man diese? Na am ehesten doch wohl in der jeweiligen landeshauptstadt und wenn es sich um Sachsen handelt, dann ist das ja wohl Dresden, zumal die Lieferzentrale der Supermarktkette nahe Dresdens liegt. Zwölf Dresdner Taxis machen sich also auf den Weg, um sachsenweit alle Firmenfilialen mit… – einer Saisonfrucht (!) zu beliefern! Oh du heilige Vielfalt, wie abgefahren ist das denn?! Natürlich verursacht die Aktion Kosten ohne Ende. Und für alle muß der Verursacher, also der Lieferant, geradestehen.

Marktwirtschaft ist grausam!

Bernd

Über Bernd

Baujahr 1955, männlich, nicht mehr zu haben, Mechatroniker, Elektriker, Technikinformatiker und - natürlich - Taxifahrer
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4 Antworten auf Annahmen

  1. Hallo und frohes neues Jahr erstmal!
    Ich kann dich gut verstehen, leider liegt es nicht in unseren Händen, dort oben etwas zu ändern.
    Jedoch kannst Du dich doch auch über den Umsatz freuen – oder sprang dort gar nicht so viel für
    Dich bei raus?
    Ich bin persönlich ganz froh über die freie Marktwirtschaft in Deutschland und möchte nicht
    unbedingt in Kuba oder ähnliches leben. Fehler passieren, aber lustig ist es dennoch.
    Grüße aus Koblenz!

    • Bernd Bernd sagt:

      Na klar hast du recht, aber man kann es auch übertreiben. Hätte ich diese Fahrt nicht gehabt, hätte ich eine andere. Die Story natürlich ist herrlich! 🙂

  2. Jürgen Vagt sagt:

    Hallo,

    ich wollte mal hier mich und meine Arbeit vorstellen. Ich blogge ja über Elektroautos http://elektroautovergleich.org/ und ich habe mich mit der erfolgreichen Einführung von Elektroautos in den Taxibetrieb beschäftigt.

    https://www.udemy.com/elektroautos-im-taxidienst/?couponCode=TAXIXING16

    Viele Grüße

    Jürgen Vagt

    • Bernd Bernd sagt:

      Hallo Jürgen,
      ich habe es eigentlich nicht so gern, wenn Kommentarfunktionen dazu mißbraucht werden, eigenen Content an den Mann zu bringen. Dafür hast du ja zu Recht deinen eigenen Blog. Aber heute bin ich gerade mal gutgelaunt(siehe http://www.taxiblog-dresden.de/?p=3430) und gehe darauf ein:
      Zunächst einmal eine Antwort auf deine Vorstellung. Du bist hier bei einem Fahrer einer Firma gelandet, dessen Führungsspitze von einem Diplom-Betriebswirt gebildet wird. Das heißt also, im Vergleich zu dir erst einmal mindestens „ZICK“. Des weiteren ist er seit ca. 20 Jahren im Taxigeschäft. Du auch? Was ich damit sagen will, ist relativ klar: Wenn mein Chef bis heute keine rein elektrischen Taxis eingekauft hat, dann wird das wohl seine Gründe haben. Zum Beispiel ist „grüne“ Werbung Unsinn, denn höchstens 5% aller Kunden sind „umweltlich“ eingestellt, aber kaum zu Mehrkosten bereit. Die Leute wollen zu ihrem Ziel, sonst nichts! Unternehmer wollen Rendite, sonst nichts!

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