Ratestunde

Heute hatte ich ein Ehepaar etwa in meinem Alter, die als Fahrziel angaben, sie wollten: „…die Straße runter bis wo links die Apotheke und der Fleischer kommt und dort hinten rein auf den Hof, wo der Arzt ist…!“ -?
Für einen Augenblick war ich genervt, aber ich nahm es mit Humor und sagte: „Das ist ja fast so exakt wie die Frau, die als Ziel angab, sie wolle zu der Arztpraxis vom Doktor Müller gleich neben den LIDL. Kennen sie die?“ Vom Rücksitz ertönte ein deutliches „Ja“. Ich war schockiert!
Ich hatte einfach nur gewollt, daß die Leute mal überlegen, wieviele Arztpraxen und LIDL-Märkte es in Dresden gibt und ob ich die alle kennen muß.

Mit dieser Diskrepanz ließ man mich allerdings allein…

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Späte Mütter

Ich habe im Moment ein ganz klein wenig Urlaub und damit auch ein ganz klein wenig Zeit für eins meiner Hobbies: der deutschen Sprache. Besondere Jagdobjekte für Sprachklopse sind mir natürlich Leute, die eigentlich hier perfekt sein müßten, weil sie Germanistik, Journalistik, Rhetorik oder sonstige Studien an der deutschen Sprache in irgendeiner Form genossen haben. Gerade eben irgendwann gegen 22:00 Uhr hatte ich wieder die Freude der Entlarvung:
Jeder Profi müßte wissen, daß ein Komma nicht nur das Satzbild beeinflußt, sondern auch den Sinn eines Satzes vollkommen verändern kann. Hier nur mal ein Beispiel: Ein zum Tode verurteilter Häftling bittet um Gnade. Als Antwort kommt ein Brief ohne Punkt und Komma mit folgendem Wortlaut: „Aufhängen kann man nicht laufen lassen“. Und nun erörtern wir die Möglichtkeiten der Kommas:
Aufhängen, kann man nicht laufen lassen. – Er ist tot!
Aufhängen kann man, nicht laufen lassen. – Er ist tot!
Aufhängen kann man nicht, laufen lassen. – Er lebt!
Ich möchte nicht der Gefängnisdirektor sein, der dies interpretieren soll.

Nun zu heute. In den Nachrichten wurde mitgeteilt, daß die gegenwärtig umgehende Grippe schon soweit auf dem Vormarsch ist, daß man sich überlegen sollte, ob eine Impfung noch sinnvoll ist. Fakt sei aber, daß(und jetzt kommt´s):
“ …ältere Schwangere sowie Kinder sich auch jetzt noch impfen lassen könnten…“. Nun weiß man ja, daß Schwangere in Deutschland im Durchschnitt nicht mehr blutjung zu nennen sind. Was meint man also mit „ältere Schwangere“? Sind das diejenigen Schwangeren, die am oberen Ende des Durchschnitts stehen,

oder meint man Schwangere zwischen 70 und 80??

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Messe der Meister von morgen

Das hatte ich doch ganz vergessen, was ich für ein junges Erfindertalent bin. Nicht umsonst war ich ja auch während meiner letzten Arbeitsjahre unter DDR-Ägide für das Neuererwesen in unserem Betrieb zuständig. Heute gibt es das auch noch, heißt aber „Jugend forscht“.
Doch zurück zum Heute: Jeder weiß, daß frisch gemahlene Gewürze dem Essen einen eleganteren Geschmack geben als industriell vorgemahlene. Deshalb sind wir zuhause auch zu dieser Art des Würzens gewechselt. Mir persönlich mißfiel dabei von Anfang an die Tatsache, daß man Gewürzmühlen immer von Hand bedienen muß, wenn auch etwas herauskommen soll. Alle elekrischen Exemplare, die ich bisher gesehen habe, waren nichts als Müll. Sie sind mit ihrem Batterieantrieb viel zu schwach, um richtig durchzuziehen. Die einzige Lösung wäre eine Schlagmühle, aber dann müßte man für jede Art Gewürz eine eigene haben, sonst hat man ja eine Mischung.
Nun gibt es diese Batteriemühlen auch oftmals als Zugabegeschenk bei Versandhäusern, wodurch sich mit der Zeit einiges ansammelt. Ich habe mir schlicht unsere Spaßgeräte alle einmal richtig angesehen und kam zu dem Schluß, daß die Krux an der Sache nur der Antrieb ist: Batterie ist zu schwach und Handarbeit zu nervig. Wenn man also einen richtig starken Motor hätte…

Moment mal, was steht denn dort in der Küchenecke für ein Plasteköfferchen?! – Ach ja, das ist mein neuer Akkuschrauber. Inklusive zweier 18V-Akkus kostete der gerade mal 34,95 €. Das war ein echt starker Kauf! Starker Kauf?! Da fällt mir doch „starker Motor“ ein!. Den hat er auch. Also raus aus der Kiste, das Motorteil von der Mühle abgebaut und statt dessen den Akkuschrauber an den Mühlenkörper geklemmt.  – Ein Gedicht!! Noch nie habe ich solch ein effektives, gleichmäßiges Mahlen erlebt.

Ab jetzt nur noch Gourmet!

…und nun kann man den Teller mit Appetit essen.

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Optische Täuschung

Am Wochenende erlebte ich mal in voller Konsequenz, wie unnütz und schädigend geputzte Autoscheiben sind. So habe ich doch in Ermangelung anderer mehr oder weniger sinnvoller Arbeiten und entgegen meiner sonstigen Lockerheit in dieser Sache nach langer Zeit wieder einmal meine Autoscheiben geputzt. Beim Taxi ist das ja mehr oder weniger Pflicht, aber mein Privatwagen kam da immer etwas stiefmütterlich weg.
Bei unserem Wochenendausflug also besuchte meine Frau kurz eine Kollegin, während ich draußen wartete. Die Zeit war jetzt günstig, um einen Apfel zu essen, den ich mir explizit mitgenommen hatte.
Gesagt – getan! Und nun blieb der Griebs übrig. Rechts von mir hinter dem Fußweg war etwas Gebüsch. Was lag also näher, als Natur zu Natur zu schicken… – Also Griebs in die Hand, Maß nehmen und mit Schmackes in die Landschaft schicken! – Es klatschte! – Es war schon der Rest des Apfels, der da klatschte, aber nicht im Busch, sondern an der Innenseite der Scheibe, die… noch hochgekurbelt war- 🙁

Manchmal wirkt halt der Durchblick selbigem entgegen.

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Herzkasper

Gestern brachte ich einen älteren Herrn von der Herzklinik nach Hause. Er erzählte, daß er vor drei Tagen mit dem Rettungswagen eingeliefert worden sei. „Ich hatte nämlich einen Herzinfarkt. Zwar glücklicherweise nicht gleich einen Schlaganfall, aber immerhin einen Herzinfarkt!“ Bezugnehmend auf den Unterschied zwischen Teufel und Beelzebub konnte ich mir den sarkastisch, lapidaren Kommentar: „Sie Glückspilz!“ nicht verkneifen. Ich glaube, das hat er in seiner privaten Erinnerungsbibliothek unter: „Häää? Was?“ abgelegt.
Weiterhin erzählte er, die Schmerzen in seinem linken Arm seien unerträglich geworden und er habe keine Luft mehr bekommen. Und weil er wußte, daß das Symptome eines Herzinfarktes sind, hat er sofort die Notdurft angerufen!
Der Mann hatte vollkommen recht:

Herzinfarkt ist Scheiße!

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Einsamkeit

Oft kommt es vor, daß ich meinen Fahrgästen eine der Geschichten erzähle, die auch hier zu lesen ist. Meist finden sie diese sehr lustig und mein Hinweis, daß es hier noch mehr davon gebe, wird dankbar angenommen. Wahrscheinlich kommen sie auch auf diese Seite zum Lesen, aber davon merke ich nie etwas, denn sie kommentieren niemals.
Ach…

…ich bin ja so allein!

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Eulen und andere Vögel

„Wat dem Eenen sin Uhl, dat is dem Annern sin Nachtijall!“ sagt der Volksmund. Ein Beispiel dafür durfte ich heute erleben:

Wem unter uns hat schon das Sturmtief „Friederike“ positive Empfindungen abgerungen. Mal ganz abgesehen von Verletzten oder gar Toten dieses Wetterereignisses hatte auch Otto Normalverbraucher keine Freude daran. Ursache des allgemeinen Mißmuts ist u.a. auch das Nicht-Weiterkommen bei Reisen aufgrund von Flugausfällen und Bahn-Streckensperrungen. Und hier nun greift das Thema: Wer ist hartgesotten, immer einsatzbereit und kaum aufzuhalten? – Na klar, der Taxifahrer! Und deshalb weiß man auch sofort, an wen man sich in solchen Wettersituationen wendet!
Die Fahrt nach Berlin hat meinen dieswöchigen Umsatz quasi aus dem dritten Kellergeschoß wenigstens ins erste geholt. Da sage mal einer, Wetterkatastrophen sind zu nichts gut! – …wer hat das gesagt?! Iiiich??! Nie im Leben!

Ich würde doch nie etwas so Böses sagen!!

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Werbe-Dödel

Heute erhielt ich eine herrliche e-Mail. Die war so klasse, daß ich sie hier samt meiner Antwort präsentieren möchte:

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Am 29.12.2017 um 12:42 schrieb Franzi:

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Liebe Franzi,

am Ende deiner Mail gab es ein Feld zur Abbestellung deiner Werbung. Abgesehen davon, daß man sich dann noch mehr Werbung einhandelt weiß ich auch nicht, warum ich das tun sollte! Ich habe mich selten so köstlich amüsiert! Eine derartige Ansammlung von absolut idiotischen Sprechblasen, von Rechtschreibfehlern durchsetzt, habe ich selten erlebt. Wen willst du eigentlich damit hinter´m Ofen hervorlocken, liebste Franzi – oder wie auch sonst immer du heißen mögest? Hätte man solche Werbung in unserer ach so geliebten DDR praktiziert, wäre die noch viel früher pleite gegangen.

Ich weiß jetzt auch nicht, wie du es zu Geld bringst ohne diesen Schwachsinn… vielleicht Arbeit? Ansonsten laß dir die Suppe nicht verhageln, ich werde bestimmt noch viel Freude an dir haben und die Leser meines Blogs ebenfalls.

Alsdann tschüß bis zum nächsten Klops!

 

Laßt uns also auf die nächsten Ergüsse warten!

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Der böse Blick

Heute mittag bog ich wie so oft an der Kreuzung Pirnaer Ldstr.  – Stephensonstr. aus Ostrichtung kommend nach links ab. Dabei passiert es höchstens zu 10%, daß einen ein Radfahrer in der Gegenrichtung kreuzt. Heute war es schlicht GANZ anders: In meiner Gegenrichtung kam ein Mann etwa um die 60 auf dem Radweg herange – joggt!
Das erste Fahrzeug in meiner Schlange war zu zeitig durch, um mit ihm in Konflikt zu geraten, der zweite allerdings versperrte dem Jogger kurzzeitig den Weg, was diesen dazu veranlaßte, sich mehrfach umzudrehen und den Autofahrer drohend anzusehen. Er hatte wahrscheinlich irgendwann mitbekommen, daß sich Radfahrer speziell auf dem Radweg im Prinzip um gar nichts mehr kümmern und wollte dieses Privileg auch für sich in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu Radfahrern allerdings hatte er auf dem Radweg das Handycap, daß er quasi eine 100%ige Fehlerquote hinlegte. Während Radfahrer hier nur mit solchen Lappalien wie Durchfahren bei Rot auffallen, ist bei ihm schon die Benutzung desselben regelwidrig.

Ich finde, daß die Gemeinschaft der Radfahrer an dieser Stelle massiv eingreifen sollte, denn erstens blockieren solche Jogger massiv ihren Highway und zweitens kann es nicht sein, daß noch jemand einen Autofahrer böse anfunkelt!

Dies ist allein das Recht der Radfahrer!

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Schnorrer-Seniorin

Vorige Woche erhielt ich einen Auftrag in Striesen, der nach Flieger oder Bahn aussah, sich im Endeffekt auch als Hbf herausstellte. Fahrgast war eine reifere Dame mit dem Wunsch, daß man das Gepäck aus der Wohnung hole. Ich also hin und ab in den 4. Stock wie ein junges Reh – mit meinem Rücken! Aber was macht man nicht alles für die Kundschaft! Am Hbf waren es dann 15,50 €. Sie gab 20 €, von denen ich als Endpreis ausging. – Aber nein: es gab noch mehr! Es gab nämlich noch genau 50 ct, damit ich einen 5er Schein zurückgeben kann. Ist sie nicht nett?! Ich warf kurz ein, daß das Herunterholen des Gepäcks aus der Wohnung eigentlich eine Extra-Leistung darstellt, worauf sie antwortete: „Deshalb bedanke ich mich auch besonders bei ihnen.“ – Ja, sie ist nett.

Sie hat sich sogar noch nachträglich bedankt, das ist wunderbar.

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